Das letzte Wort hat…

 

Das letzte Wort in diesem Monat hat der Regisseur Jörg Berger: Seit 1999 ist er Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der St. Pauli Ruine. Mit zahlreichen Konzertenund Inszenierungen feiert das Theater im April Saisoneröffnung.

Herr Berger, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Dresden hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass.. .

...ich keine gespurten Loipen finden kann. Dieser endlose Winter in Dresden macht mürbe. Ich warte auf Sonne und Straßencafés. Natürlich mag auch ich keine Hundehaufen auf dem Gehweg und auch das Ordnungsamt nicht, wenn es regelmäßig seine rituellen Knöllchen hinterlässt, ohne dass dadurch Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Als langjähriger Wahldresdner fällt es mir jedoch schwer, dass Leben in Dresden zu bekritteln. Hier wird oft auf sehr hohem Niveau geklagt.

Was muss sich ändern?

Dresden sollte mehr zu der Stadt werden, die ihr Mythos verspricht. Kultur und Kunst auf breiter Basis, weltoffen und kreativ, dabei bezahlbar für Menschen unterschiedlichster Berufe und Berufungen. Um ein schöpferisches Klima zu erhalten, braucht es die Offenheit für Neues, Förderung von ehrenamtlichem Engagement und Basiskultur. Der Ausbau der St. Pauli Ruine ist ein bedeutendes positives Signal, das die Stadt gesetzt hat. Dafür: Danke Dresden!

Wie würden Sie Dresden jemandem beschreiben, der die Stadt nicht kennt?

Eine Stadt, die von seinen herzlichen und meist freundlichen Bewohnern geprägt ist. mit beeindruckender, gewachsener Architektur und überbordendem kulturellen Reichtum.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in Dresden?

Natürlich ist der mir wichtigste und liebste Ort die gerade ausgebaute St. Pauli Ruine mit ihrem geschichtsbeladenen, romantischen Ruinenflair in Kombination mit dezent wirkender moderner Architektur. Die lichtdurchflutete, ungenutzte Kirchruine ist zum multifunktionalen, wetterfesten Veranstaltungsort geworden, den es zu erleben gilt. Die Ruine liegt eingebettet im frisch sanierten Hechtviertel, einem Gebiet mit kleinräumigem fast dörflichem Charakter um den Königsbrücker Platz und mit einem Charme, der vergleichbar ist mit der früheren Neustadt.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Pläne und Visionen haben Sie persönlich?

Zuerst ist da natürlich die Hoffnung auf das glückliche Gedeihen meines vierjährigen Sohnes. Persönliche Visionen sind bei mir seit vielen Jahren aufs engste mit leidenschaftlicher Liebe zum Theatermachen verknüpft. So hoffe ich, das einzigartige St. Pauli Kulturprojekt durch viele weitere Höhepunkte begleiten zu können und dabei mit alten und neuen Partnern ein anregendes Veranstaltungsprofil zu gestalten. Vor allem aber hoffe ich, noch einige spannende, witzige und erfolgreiche Theaterinszenierungen zu entwickeln.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit?

Vor mir und den über einhundert Vereinsmitgliedern und Helfern liegt die erste komplette Sommersaison in der ausgebauten St. Pauli Ruine. Ich freue mich, endlich wieder ein volles Veranstaltungsprogramm mit Konzerten wie Di Grine Kuzine, Dikanda, Das Blaue Einhorn, aber auch mit Tango, Gitarrenmusik, Klassik, Gospel und mit Theater- und Tanzgastspielen, eigenen Theaterstücken und den Premieren ,,Helena" und ,,Arzt wider Willen" zu haben.T

TheaterRuine St. Pauli e.V.

 

 


 

 

FRITZ
Doreen Siegesmund April 2013