Premiere in St. Pauli

Helenas starke Stimme

„Wer ist die Schönste hier im Land?“ Nein, diese Frage kommt nicht vom Schneewittchen, sondern aus der griechischen Mythologie. Schließlich sind auch Göttinnen für ihre Eitelkeit bekannt. Regisseur Jörg Berger hat sie etwas auf die Schippe genommen – und im Stück „Helena“ inmitten einer Schafherde über die Bühne der Theaterruine St. Pauli tänzeln lassen. Nun soll der trojanische Prinz Paris entscheiden, welche der drei „mähenden“ Göttinnen die Schönste ist. Er wählt Venus, die Göttin der Liebe, die ihm dafür wiederum die schönste Frau der Welt verspricht: Helena.
Jacques Offenbach hatte diese Geschichte weitergestrickt und im 19.Jahrhundert die „Schöne Helena“, eine beliebte Operette, daraus gemacht. Er konnte mit ihr an den Erfolg seiner Opéra bouffe „Orpheus in der Unterwelt“ anknüpfen, die ebenfalls eine Antikenparodie war. Hundert Jahre nach der Uraufführung der Helena-Operette legte Peter Hacks seine Helena-Fassung vor: ein singendes, klingendes Schauspiel.
Das Ensemble der St. Pauli Ruine singt sich wacker durch das anspruchsvolle Stück. Mit Felicitas Mallinkrodt als Helena hat es eine starke Stimme. Ihr Bühnenpartner Paris spielt sich vom blassen Jüngelchen im karierten Hemd zum originellen Prinzen.
Schade, dass einige Dialoge in der Mitte des Raumes irgendwie zu verhallen scheinen. Deshalb der Tipp: Zeitiges Kommen sichert vordere Plätze und gute Akustik.
DRESDEN am Wochenende verlost zweimal zwei Karten unter allen Einsendungen – schreiben Sie eine E-Mail an dawo-verlosung@dd-v.de unter dem Stichwort „Helena“. Viel Glück!
Thessa Wolf

 

 

 

 


 

 

DD am Wochenende
Thessa Wolf,22./23.06.2013