Gäste: Theater Apron – Büchners Schädelnerven
Monodrama von Boris Thal

Das ist mal etwas Neues: Georg Büchner spricht zu uns. Denn wir werden in der St. Pauli Ruine zu den Zuhörern seiner Antrittsvorlesung im Züricher Exil. Es geht um Fische namens Barben und ihre Nerven. Aber Büchner versemmelt es. Und das richtig gut! Was als Fischgeplauder geplant war, wird zur zynischen Abrechnung mit deutscher Dummheit. Schließlich ist der Mann 23, gesuchter Staatsfeind, ungelesener Dichter und heiratswilliger Jungakademiker. In ein paar Wochen wird er tot sein (Fischvergiftung!). Aber bis es soweit ist, kann sich Büchner noch grandios danebenbenehmen. Mit einer bühnenreifen Vorlesung, in der nichts vorgelesen wird. In einer Anatomiestunde, die sich selbst auseinandernimmt. Er redet über Fische, meint aber sich. Er macht Theater, aber sich nichts vor. Denn er hat drei nervige Probleme am Hals: Dummheit, Freiheit und Exil. Das macht ihn wider Erwarten zu einem Menschen des 21. Jahrhunderts...

Schon seit den 1990er Jahren spielt das Hallesche Theater Apron als freies Theater ohne Haus auf den Bühnen der Republik und ging auf Tourneen nach Österreich, England, Italien, Irland, Lettland und Estland. Dabei hat das Hallenser Ensemble eine Ästhetik entwickelt, die ganz bewußt nicht elitär, sondern volkstümlich ist, ohne zu tümeln. Diesem Anspruch folgt auch das Monodrama „Büchners Schädelnerven“ mit Michael Goussev als Georg Büchner, das erstmalig in Dresden im Rahmen des „Sommers für Helden“ zu sehen ist.

 

 

 

Montag 10. 8. 2015, 20.00 Uhr
Kartenpreis: 11 / 7 €



Regie & Bühnenbild:
Volker Dietzel

Dramaturgie:
Boris Thal

Michael Goussev
als Georg Büchner

Spieldauer circa eine Stunde


Weiterführende Links:
Website: www.apron.de